Austausch der körpereigenen Linse
mit einer Multifokal-Linse

Bei Patienten mit einer Fehlsichtigkeit und einer fortgeschrittenen Alterssichtigkeit kann im Rahmen eines Linsenaustauschs auch eine multifokale Linse eingesetzt werden.
Die OP-Methode entspricht dem klaren Linsenaustausch (siehe refractiv lens exchange RLE)  bzw. einer grauen Star Operation. Hierbei wird die eigene verhärtete, evtl. auch getrübte Linse mikrochirurgisch mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt und eine Kunstlinse in deren Kapselsack eingesetzt.

Austausch der körpereigenen Linse (Animation) Für eine schematische Darstellung des Operationsverfahrens zum Austausch der eigenen Linse klicken Sie bitte hier.
(Achtung, Animation wird in einem neuen Fenster geöffnet.)

Der Unterschied besteht in der eingesetzten Intraokularlinse:
Denn einzig die Multifokal-Linse ermöglicht neben der Korrektur der Fernbrille auch eine Unabhängigkeit von der Lesebrille

Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3
Abb.1 Abb. 2 Abb. 3

Ein spezielles Design durch viele aufgesetzte ringförmige Prismen (siehe Abb. 1-3) erzeugt neben dem Scharfpunkt für die Ferne einen weiteren Fokus für den Leseabstand. Das Auge kann dann zwischen beiden dargebotenen Bildern auswählen, die Abhängigkeit von der Blickrichtung wie bei einer Gleitsichtbrille entfällt.
Am besten geeignet sind Patienten mit einer fortgeschrittenen Altersweitsichtigkeit ab dem ca 55. Lebensjahr in Verbindung mit einer Weitsichtigkeit oder höheren Kurzsichtigkeit, da sie sowohl in der Ferne als auch in der Nähe von der Brillenfreiheit profitieren. Auch bei zusätzlicher Hornhautverkrümmung gibt es dank der torischen Multifokallinsen eine Lösung. Ebenso gut lässt sich die Linse bei Patienten mit einer Sehverschlechterung durch einen grauen Star einpflanzen.

Das Auge sollte (ggf. abgesehen von einer Linsentrübung) gesund sein und keine verminderte Sehschärfe oder Schielen aufweisen. Da die Linse den Nah- und Fernbereich scharf einstellt, wird im Mittelbereich in der Regel weiterhin eine Zwischenbrille z.B. bei PC-Arbeit benötigt. Zudem kann die Linse durch Streuwirkung an den Ringen eine vermehrte Blendempfindlichkeit im Dunkeln oder eine Kontrastsehschwäche verursachen, die aber in der Regel nach einer Gewöhnungsphase über 3 Monate gut vertragen wird. Da die Multifokal-Linse eine geringe Toleranz gegenüber einer verbliebenen Fehlsichtigkeit hat, wird in einigen Fällen eine Nachkorrektur z.B. mit einer LASIK-Operation durchgeführt.
Welche Operationsmethode und welche Linse sinnvoll verwendet wird und auch möglich ist, muss allerdings individuell im Gespräch mit dem Operateur entschieden werden.

Überblick über die verschiedenen Linsenverfahren:

Linsentyp:

ICL-Implantation
(Intraoculare Contact-Linse)

Artisan-Implantation

Refraktiver Linsenaustausch mit Monofokal-Linse

Refraktiver Linsenaustausch mit Multifokal -Linse

Fehlsichtigkeit:

Für Myopie

Für Hyperopie und Myopie

Für Hyperopie und Myopie

Für Hyperopie und Myopie

Astigmatismus-
Korrektur durch torische Linse:

Ja

Ja

Ja

Ja

Altersgruppe:

< 45 J

< 50 J

> 45 J

> 55 J

Spezifische Vorteile:

keine Fernbrille + bis 45 keine Lesebrille

keine Fernbrille + bis 45 keine Lesebrille

keine Fernbrille, nur PC + Lesebrille, kein grauer Star

keine Fern- oder Lesebrille, nur PC-Brille, kein grauer Star

Spezielle Vorraussetzung:

ausreichende Vorderkammertiefe

ausreichende Vorderkammertiefe

 

beidseits gute Sehschärfe, kein Schielen

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