| VSDAR Newsletter No. 12/2006 (Dezember 2006) Rückblick auf die letzten 10 Jahre Refraktive Chirurgie Kaum ein Fachgebiet hat in den letzten 10 Jahren eine solche Entwicklung erfahren wie die Refraktive Chirurgie oder operative Sehfehlerkorrektur. 1996 - 2006: Was hat sich bei der LASIK verändert? Vor 10 Jahren waren sowohl die operative Erfahrung als auch die verwendeten Technologien nicht ausgereift. Z.B. wurde erst graduell festgestellt, dass die Ergebnisse nach LASIK mit zunehmend hoher Fehlsichtigkeit ungenauer und schlechter vorhersagbar wurden. Heute wird die LASIK kaum noch bei Fehlsichtigkeiten von -8 bis -10 dpt. eingesetzt — vor 10 Jahren wurde das Verfahren von einigen Chirurgen bis -20 dpt. verwendet. Gleichzeitig wurden neue Laseralgorithmen und Eye Tracking Systeme entwickelt, Hornhauttopographie und Wellenfrontanalysen in die Behandlung integriert. Was wurde aus der PRK? Trotz Siegeszug des LASIK-Verfahren wird die PRK auch heute noch eingesetzt und hat in bestimmten Situationen in den Varianten LASEK und Epi-LASIK auch Stärken. Ein wesentlicher Nachteil der PRK, die postoperativen Schmerzen, konnten mit der LASEK und Epi-LASIK deutlich gesenkt werden. Da kein LASIK-Schnitt angelegt wird, steht mehr Hornhautgewebe für die Ablation zur Verfügung, so dass höhere Fehlsichtigkeiten korrigiert werden können bzw.
solche, die aufgrund zu dünner Hornhaut für die LASIK nicht geeignet sind. Linsenimplantate Im Bereich der Linsen konnte durch die Entwicklung torischer Linsen auch die Notwendigkeit einer LASIK-Korrektur nach Linsenimplantation (Bioptic) deutlich verringert werden. Zu den Fortschritten der refraktiven Linsenchirurgie zählt auch die Entwicklung von faltbaren Linsen, wodurch die Länge des Schnittes am Übergang von Hornhaut und Lederhaut auf 3-4 mm reduziert werden kann. Ein solcher Schnitt verschließt sich von selbst und muss nicht mehr genäht werden. Im Bereich der Katarakt-Operation konnte durch den Einsatz multifokaler Linsen das Indikationsspektrum in den letzten Jahren deutlich erweitert werden. Älteren Patienten, die aufgrund einer Linsentrübung einen Austausch der körpereigenen Linse durch eine Kunstlinse benötigen, verspricht die multifokale Linse mit geringen Abschlägen in der Bildqualität weitestgehend Brillenfreiheit - sowohl für die Ferne als auch für die Nähe. Herausforderungen der nächsten 10 Jahre Während für kurzsichtige Patienten eine breite Palette von Verfahren zur Verfügung steht, sind weitsichtige Patienten deutlich benachteiligt. Mittels LASIK kann die Hyperopie nur bis max. 3.5 dpt. sinnvoll korrigiert werden, hyperope Augen sind aufgrund des kurzen Baus des Auges mit flacher Vorderkammer nur selten für eine Linsenimplantation geeignet. Verfahren wie die thermische Keratoplastie sind ebenfalls von Nachteilen wie schlechte Vorhersagbarkeit des Ergebnisses und Regression behaftet (quasi obsolet). Quelle:
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