VSDAR Newsletter No. 6/2005 (Juni 2005)
Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V.

In diesem Monat setzen wir unsere Serie "Fehlsichtigkeit - nicht nur LASIK kann helfen" fort.
Eine Übersicht über die vorzustellenden Verfahren finden Sie hier.

Teil 4: Linsenimplantate

Zur Behandlung hoher Kurz- und Weitsichtigkeiten (Weitsichtigkeit ca. +3 bis ca. +8 dpt., Kurzsichtigkeit ca. -10 bis ca. -20 dpt.) gibt es die Möglichkeit, eine Kunstlinse zusätzlich zur körpereigenen Linse in das Auge zu implantieren. Diese Methode ist eine sinnvolle Alternative, wenn aufgrund hoher oder extremer Fehlsichtigkeit eine LASIK-Operation oder ein anderes laserchirurgisches Verfahren nicht in Frage kommt.

Gegenwärtig finden hauptsächlich zwei Modelle Anwendung:

Die ICL
Die Hinterkammerlinse ICL (engl. implantable contact lens) wird als zusätzliche Kunstlinse zwischen Iris und körpereigener Linse eingesetzt. Die ICL in der heutigen Form stammt aus dem Jahre 1993 und wird in Deutschland seit Erteilung des CE-Zeichens 1997 von erfahrenen Augenchirurgen angewandt.

Die Verisyse-Linse
Die irisfixierte Verisyse-Linse wird ebenfalls zusätzlich zur körpereigenen Linse in das Auge eingesetzt. Dort wird sie jedoch im Gegensatz zur ICL-Hinterkammerlinse in die Vorderkammer (zwischen Iris und Hornhaut) eingesetzt, wo sie mit speziell gestalteten Häkchen an der Iris fest angehängt wird.

Torische Linsen
Sowohl die ICL als auch die Verisyse gibt es auch als torische Linsen. Torische Linsen können eingesetzt werden, wenn ein begleitender Astigmatismus (Hornhautverkürmmung, ca. -1,5 bis ca. -6 dpt.) vorliegt.

Welcher Linsentyp für einen Patienten in Betracht kommt, hängt von bestimmten Eigenschaften der Augen ab. Klarheit darüber schafft eine eingehende Voruntersuchung

In jedem Fall zeichnet sich die Operation durch folgende Vorteile aus:
Sie dauert nur ca. 15 Minuten und wird meist ambulant durchgeführt.
Der Eingriff ist durch Lokalanästhesie schmerzfrei und auch postoperativ spürt der Patient nur wenig oder gar keinen Schmerz.
Der Behandlungserfolg stellt sich innerhalb kürzester Zeit ein.
Die körpereigene Linse bleibt erhalten und behält somit ihre natürliche Naheinstellungsfähigkeit (Akkomodation).



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