VSDAR Newsletter No. 01/2003 (Februar 2003)
Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V.

LASIK - Das sollten Sie wissen:
Wer ist für die LASIK-Operation geeignet?

NEWSLETTER     02/2003 (Februar 2003)

Wie für jeden Eingriff gibt es auch für die LASIK einen Bereich, innerhalb dessen die Operation als sicher, präzise und zu einem sehr hohen Prozentsatz erfolgreich gilt. Ob ein Patient für die LASIK geeignet ist, läßt sich aus der Beantwortung folgender Fragen ableiten:

A) Um welche Fehlsichtigkeit handelt es sich?

Die LASIK ist zur Korrektur der Kurzsichtigkeit (Myopie) bis maximal - 10 dptr. und der Übersichtigkeit (Weitsichtigkeit, Hyperopie) bis + 3 dptr. geeignet. Eine begleitende Hornhautverkrümmung kann in beiden Fällen mit korrigiert werden.

Grundsätzlich gilt, dass die LASIK umso genauer ist, je geringer die entsprechende Fehlsichtigkeit. Bei einer Kurzsichtigkeit bis ca. -5 dpt ist die Genauigkeit der LASIK sehr hoch und es kann in den meisten Fällen auf die Fernbrille verzichtet werden. Sollte die Kurzsichtigkeit nicht vollständigA korrigiert sein, so ist jederzeit eine Nachoperation möglich.

Bei höherer Kurzsichtigkeit nimmt die Genauigkeit der LASIK ab und es kommt zu einer gewissen Verschlechterung des Sehvermögens bei Dämmerung und in der Nacht. Ob diese Nebenwirkungen auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, hängt ausserdem von der Dicke der Hornhaut, vom Durchmesser der Pupille im Dunklen und von der Höhe der Kurzsichtigkeit ab. Bei Kurzsichtigkeit über 10 dpt werden die Nebenwirkungen in der Regel so stark, dass andere Behandlungsmethoden wie z.B. intraokulare Linsen in Betracht gezogen werden sollten.

Bei der Behandlung der Übersichtigkeit (Weitsichtigkeit, Hyperopie) ist die Genauigkeit geringer als bei der Kurzsichtigkeit. Bis ca. +3 dpt wird nach LASIK normalerweise keine Beinträchtigung des Sehvermögens beobachtet und in den meisten Fällen ist eine Fernbrille nicht mehr erforderlich. Auch hier ist jederzeit eine Nachoperation möglich.


B) Liegen Augenerkrankungen oder -anomalien vor?

Grundsätzlich sollte die LASIK nur am gesunden Auge durchgeführt werden. Patienten mit chronisch fortschreitenden Hornhauterkrankungen, einer Linsentrübung (grauer Star, Katarakt), erhöhtem Augeninnendruck (grüner Star, Glaukom) oder Netzhauterkrankungen sind nicht für die Operation geeignet. Bei Patienten mit einem schwachsichtigen (amblyopen) Auge kann die LASIK das Sehvermögen nur geringfügig verbessern. Die LASIK kann keine Schädigungen an der Netzhaut oder am Sehnerven kompensieren!


C) Wie alt ist der Patient, ist er gesund?

Da sich derA Brechkraftfehler des wachsenden Auges noch ändert, darf die LASIK nicht bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden. Der Patient muss mindestens 18 Jahre alt sein und seine Fehlsichtigkeit sollte über mindestens ein Jahr vor der Operation stabil sein.

Da einige Erkrankungen bzw. Medikamente Einfluß auf den postoperativen Heilungsprozeß nehmen können, ist auch der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten von Bedeutung. Bei Allergikern sollte die Operation in der allergiefreien Zeit geplant werden.
Von einer Behandlung während der Schwangerschaft und Stillzeit wird abgesehen.