VSDAR Newsletter No. 01/2003 (Januar 2003)
Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V.

Das A und O einer erfolgreichen LASIK
Teil 5: Die Wahl des LASIK Verfahrens

Seit der Einführung der LASIK im Jahr 1991 wurde das Verfahren stetig weiterentwickelt. Der eingängige Begriff umfasst inzwischen mehrere Abtrags- und Systemvarianten, die auf unterschiedlichen Diagnoseverfahren basieren und verschiedenen Zielen Rechnung tragen.


1. "Standard-LASIK" basierend auf der Refraktion (Fehlsichtigkeit)

Spricht man von der LASIK, so ist meist dieses, weltweit standardmäßig eingesetzte Verfahren gemeint. Der Arzt ermittelt die Fehlsichtigkeit des Patienten (auch genannt Refraktion) und überträgt diese Daten in den Laser. Der Laser nutzt ausschließlich diese Daten, z.B. -4,5 dptr Kurzsichtigkeit und -1,0 dptr Hornhautverkrümmung bei 180 Grad, um den Brechungsfehler des Auges durch Modellierung der Hornhaut zu korrigieren.


2. "Topolink-LASIK" basierend auf Refraktion und Hornhauttopographie

Hier basiert die Korrektur nicht nur auf der Fehlsichtigkeit des Patienten (siehe 1.), sondern auch auf der Beschaffenheit der Hornhautoberfläche. Mittels Hornhauttopographie wird eine Oberflächenlandkarte der Hornhaut erstellt. Sie zeigt damit nicht nur an einem Punkt sondern flächig über das ganze Hornhautzentrum individuelle Irregularitäten auf, die z. B. in einem Astigmatismus resultieren. Da neben der Refraktion auch die Daten aus der Hornhauttopographie in den Laser gespeist werden, können mittels dieser Methode auch individuellen Hornhautirregularitäten gezielt mit abgetragen werden. Daher nennt man dieses LASIK Verfahren auch "customized ablation".


3. "Aberrometrie-gesteuerte LASIK" basierend auf der Wellenfront-Analyse

Mit dem Aberrometer bzw. der Wellenfront-Technologie ist es möglich, die Brechkraft des Auges an vielen verschiedenen Punketen zu messen. Diese werden in einer Art Landkarte dargestellt, die für jeden Punkt des Auges die Brechkraft exakt angibt. Werden diese Daten in den Laser eingespeist, ist es theoretisch möglich, dass die Unterschiede der Brechkraft an verschiedenen Stellen der Hornhaut berücksichtigkt werden und damit verschiedene Parameter unseres Sehens verbessert werden können. Das vielerorts angepriesene Adlerauge ist aber noch in weiter Ferne.

Wann kommt welches LASIK Verfahren zum Einsatz?

Die "Standard-LASIK" ist sehr gut geeignet, reguläre Sphärenkorrekturen durchzuführen. Sollte die Hornhauttopographie, die im Rahmen der Voruntersuchung bei jedem Patienten durchgeführt wird, keine Unregelmäßigkeiten aufweisen, so die Standard-LASIK das geeignete Verfahren. Mit anderen Worten: Ein Patient, der keine Unregelmäßigkeiten auf der Hornhaut hat, profitiert nicht durch zusätzliche Technologien (wie Topolink), daher werden ihm diese auch nicht empfohlen.

Die "Topolink-LASIK" ist bei Patienten mit unregelmäßiger Hornhautoberfläche indiziert, da durch diese Behandlungsform die Abbildungsqualität an jeder Stelle der Hornhaut optimiert wird. Sie stellt jedoch höhere Anforderungen an den Operateur und setzt einen modernen „spot scanning" Laser mit aktivem Blickverfolgungssystem voraus.

Die anfängliche Euphorie über die "aberrometrie-gesteuerte LASIK" ist etwas abgeklungen und eine endgültige Bewertung des Verfahrens steht noch aus. Es scheint jedoch, dass mit der aberrometrie-gesteuerten LASIK ein subjektiv besseres Dämmerungssehen erzielt werden kann.

Die Kliniken des VSDAR sind an neuen Entwicklungen und zahlreichen Studien zur Optimierung des LASIK Verfahrens aktiv beteiligt. Falls Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte.



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