VSDAR Newsletter No. 12/2003 (Dezember 2002)
Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V.

Das A und O einer erfolgreichen LASIK:
Teil 4: Die Wahl der geeigneten Operationsmethode


Die innovativen Methoden der Refraktiven Chirurgie werden seit vielen Jahren angewandt und haben in der Augenheilkunde neue Wege aufgezeigt. In den vergangenen Jahren wurde in Presse, Rundfunk und Fernsehen besonders intensiv über das LASIK-Verfahren berichtet. Neben der LASIK gibt es eine Reihe von anderen Operationen, die weniger bekannt sind, obwohl sie z.T. schon viel länger Anwendung finden. Der VSDAR gibt Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Verfahren und erläutert ihre Einsatzgebiete. Zu allen genannten Informationen finden Sie weiterführende Informationen unter www.vsdar.de.

Bei den refraktiven Operationen werden Linsen- und Hornhautverfahren unterschieden. Diese Einteilung verdeutlich, an welchem Teil des Auges operiert und damit die Korrektur der Brechkraft vorgenommen wird.


1. Hornhautverfahren

Die Hornhaut übernimmt den Hauptanteil der Brechkraft des Auges, daher hat eine kleine Änderung der Krümmung der Hornhaut eine große Wirkung.
Bei Kurzsichtigkeit (in der Regel ist hierbei der Augapfel zu lang) wird in der Mitte der Hornhaut die Brechkraft durch Abflachung reduziert. Die Lichtstrahlen werden weniger stark gebrochen und bündeln sich so wieder scharf auf der Netzhaut. Bei Weitsichtigkeit (in der Regel ist das Auge zu kurz) wird das Zentrum aufgesteilt. Die Lichtstrahlen werden dann stärker gebrochen und wieder auf die Netzhaut gelenkt. Bei Astigmatismus wird die unregelmäßige Krümmung der Hornhaut ausgeglichen. Die Oberfläche nähert sich wieder der idealen Kugelform an.
Die Veränderungen an der Hornhaut können auf verschiedem Wege erreicht werden.

Am häufigsten kommt der Laser zum Einsatz (LASIK, LASEK, PRK). Da mittels Laser Hornhautgewebe abgetragen (verdampft) wird, limitiert die Dicke der Hornhaut den Einsatz des Verfahrens. So sollte von dem verantwortungsbewußten Chirurgen die LASIK Operation nur bis zu ca. -10 dpt. Kurzsichtigkeit bzw. bis ca. +3 dpt. Weitsichtigkeit durchgeführt werden. Eine PRK oder LASEK sollte nur bis ca. -6 dpt. Kurzsichtigkeit bzw. bis ca. +3 dpt. Weitsichtigkeit eingesetzt werden.

Die Änderung der Brechkraft der Hornhaut kann auch durch ein Hornhautimplantat (Intrastromale Corneale Ringe, ICR) erzielt werden. Das Verfahren bietet den Vorteil, das das Implantat wieder entfernt oder im Rahmen einer Nachkorrektur ausgetauscht werden kann. Die Intracornealen Ringe, die über die letzten Jahre bei geringer Kurzsichtigkeit vielversprechend erschienen, haben sich jedoch nicht durchgesetzt. Sie finden derzeit nur noch im Rahmen von Studien in einigen wenigen Zentren Einsatz, z.B. bei Patienten mit Keratokonus.

Bei extremer Hornhautverkrümmung (von mehr als 3 dpt.), wie sie z.B. nach Hornhaut-Transplantationen oder perforierenden Augenverletzungen auftreten kann, findet die Astigmatische Keratotomie als Schnitttechnik Anwendung. Hier wird mit kleinen bogenförmigen Skalpell-Schnitten die Hornhautverkrümmung reduziert.


2. Linsenverfahren

Linsenverfahren kommen bei hoher oder extremer Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit über ca. -12 dpt. sowie Weitsichtigkeit über ca. +7 dpt.) zum Einsatz, wenn die vollständige Korrektur des Brechfehlers durch Brechkraftänderung der Hornhaut nicht möglich ist.

Man unterscheidet zwischen der Einpflanzung einer zusätzlichen Linse vor (Artisan-Linse) oder hinter die Regenbogenhaut (Implantierbare Kontaktlinse, ICL) und dem Austausch der körpereigenen Linse durch eine künstliche Linse, engl: clear lense exchange, CLE ). Da das Auge bei der CLE seine natürliche Fähigkeit verliert, sich auf unterschiedliche Entfernungen selbst scharf einzustellen (Akkommodation), wird das Verfahren in der Regel nur eingesetzt wenn die Akkommodationsfähigeit bereits reduziert ist (ab ca. dem 40. Lebensjahr) oder sich die Linse bereits zu trüben beginnt (beginnender Grauer Star).

Linsenchirurgische Verfahren sind immer mit einer operativen Eröffnung des Augapfels verbunden. Die Erfahrungen auf dem Gebiet umfassen fast 50 Jahre: Die ersten künstlichen Linsen zur Behebung einer Fehlsichtigkeit wurden in den 50er Jahren eingesetzt. Seit den 60er Jahren wird der Linsenaustausch bei der Operation des "Grauen Stars" (altersbedingte Linsentrübung) durchgeführt und ist eine der weltweit am häufigsten durchgeführten Operationen überhaupt.


3. Kombinationsverfahren

Auch eine Kombination verschiedener Verfahren ist möglich. Das bekannteste Verfahren ist Bioptics als Kombination von ICL-Implantation und anschließender LASIK. Durch die Implantation einer intraokularen Kunstlinse können Brechkraftfehler von -12 dpt. bis -18 dpt. bzw. bis + 4 dpt. ausgeglichen werden. Bei dieser Operation bleibt die Hornhaut unbeeinflusst. Die im Anschluss daran durchgeführte LASIK kann nun eine weitere Korrektur von bis zu -10 oder +3 dpt. an der Hornhaut vornehmen oder aber auch einen bestehenden Astigmatismus ausgleichen.


Welches Operationsverfahren ist für Sie am geeignesten?

Die genaue Erfassung des Sehfehlers durch den Augenarzt ist sehr wichtig, denn sowohl die Art als auch das Ausmaß der Fehlsichtigkeit bestimmen, welches Verfahren eingesetzt werden kann.
Welcher Eingriff für dies für Sie persönlich das geeigneste ist, wird Ihr Operateur mit Ihnen beim Beratungsgespräch klären, nachdem alle Untersuchungsbefunde vorliegen. Dabei wird er sich auch eingehend mit Ihnen unterhalten, um Ihre Lebensgewohnheiten, Hobbies und Erwartungen an die Operation in Erfahrung zu bringen.


Mehr Informationen zu den vorgestellen Verfahren.



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